Sind Gymnasiast*innen die besseren Schüler*innen?

Den Spruch „Bildung wird vererbt“ finde ich manchmal merkwürdig, auch wenn ich natürlich weiß, wie dieser gemeint ist. Ein bisschen klingt er aber so, als ob man weniger schlau zur Welt kommen würde, wenn man vielleicht weniger „gscheite“ Eltern hat. Außerdem schwingt mit, dass Kinder, die in der NMS sitzen, wenig Bildung erhalten würden.
Was vererbt wird, sind aber Chancen, ist soziale Herkunft. In Österreich ist der Bildungserfolg viel stärker von sozioökonomischen Kriterien abhängig als in anderen Ländern. Und daher stimmt der eingangs erwähnte viel zitierte Spruch ja auch wieder.

Kinder aus benachteiligten Familien sitzen weniger oft im Gymnasium, aber nicht, weil sie weniger intelligent wären.

Ich kann in dem Punkt aus dem Nähkästchen plaudern. Vorausgeschickt sei, dass sich Intelligenz nicht in Schulnoten messen lässt: Ich unterrichte selbst an einem Gymnasium. Gleichzeitig bilde ich an der Uni Lehrer*innen der NMS aus. Das heißt, ich bekomme Einblicke in ganz viele NMS in Wien und NÖ. Unlängst zeigte mir eine Studentin Texte von Schüler*innen einer 4. Klasse. Und wieder wurde meine Beobachtung der letzten Jahre bestätigt: Es gibt Kinder in der 4. NMS, die gleich gute – oder manchmal bessere – Texte als Kinder schreiben, die bei mir in der 4. Klasse Gymnasium ein Befriedigend haben.

Zugegeben: Es gibt auch einige Texte, die den Ansprüchen einer 4. AHS derzeit nicht genügen würden. Aber alleine die Tatsache, dass eben auch Kinder an der NMS sitzen, die bessere Leistungen als ihre AHS-Kolleg*innen erzielen, ist eine absolute Ungerechtigkeit im System. Wir dürfen nie aufhören, das zu thematisieren!

Alle Kinder sollten die gleichen Chancen haben, das zu erreichen, was sie wollen. Dort, wo es von zuhause nicht geht, muss die Schule den sozialen Ausgleich schaffen. Dafür setze ich mich weiterhin ein. #bildungfürallejuliamalle

Aufnahmeprüfung für die AHS

Eltern sind meist maximal gestresst, wenn es um den besten Schulplatz für ihr Kind geht. Dieser Druck beginnt im Kindergarten und setzt sich in den Volksschulen fort. Steht im Zeugnis der 4. Klasse Volksschule ein Dreier, ist die oftmals ersehnte Aufnahme in einem Gymnasium fast schon unmöglich. (Das soll übrigens nicht heißen, dass der Weg über eine NMS alle Bildungschancen per se verbaut, zweifelsohne ist er jedoch erschwert.)

Der Druck lastet aber nicht nur auf den Eltern, sondern auch auf den Volksschullehrer*innen. Sie entscheiden durch ihre Notengebung mit, in welche Schule das Kind gehen wird und welche Bildungschancen es erhält.
Nun können Kinder mit einem Befriedigend – sollte die Schule überhaupt noch Platz haben, was meistens nicht der Fall ist – eine Prüfung machen, um die AHS Reife zu erhalten.
Ähnliches gilt für Kinder aus alternativen Schulformen. Hat das Kind z. B. eine der Freien Schulen Wiens besucht, die alternative pädagogische Konzepte und noch mehr selbstverantwortliches Lernen ermöglichen, muss es ebenso eine standardisierte Prüfung ablegen.

Diese habe ich letztes Jahr durchgeführt. Ohne jetzt auf einzelne Details eingehen zu können, war ich einigermaßen erstaunt, wie schwierig diese Prüfung ist. Kinder, die eine reguläre Volksschule besuchen, sind mit Themenstellungen konfrontiert, mit denen sie zuvor möglicherweise nie zu tun hatten. Sie müssen in relativ kurzer Zeit umfangreiche Angaben lesen und haben außerdem noch eine Entscheidung darüber zu treffen, welches Thema sie denn bearbeiten wollen. Das ist in diesem Alter ein riesiger Druck. Wir sprechen von Kindern, die höchstens in der 4. Klasse VS „regulärer“ Volksschule Erfahrung mit Schularbeiten gemacht haben, die tendenziell um einiges leichter sind.

Kurzum: Die Aufnahmeprüfungen für das Gymnasium sind eine zusätzliche Hürde im ohnehin schon testdurchfluteten Schulsystem, sodass notwendigerweise der Eindruck entstehen muss, dass jede Durchlässigkeit, jeder Weg ins Gymnasium zusätzlich erschwert wird.

Und ja: Wenn eine individualisierte Kompetenzmessung und „Potenzialmessung“ in der 3. Klasse Volksschule über die Gymnasialreife mitentscheiden sollen, dann könnte der Druck, der auf VS-Lehrer*innen lastet, vielleicht reduziert werden. Auf die Kinder jedoch wird er weiter zunehmen. Wir sollten aber alles daran setzen, dies zu verhindern. Das „Potenzial“ von 8-Jährigen zu messen klingt stark nach wirtschaftlicher Verwertungslogik. Im Ruf nach mehr Standardisierung, nach mehr „Kompetenzchecks“ darf Herzensbildung nie zu kurz kommen. Denn die Probleme unserer Zeit sind ohne soziales Gewissen nicht lösbar! #bildungfürallejuliamalle

Bildung, Wissenschaft und Inklusion im Regierungsprogramm

Nachdem ich nun das Regierungsübereinkommen gelesen habe, ein paar Gedanken aus den Bereichen, die mich beruflich betreffen: Bildung, Wissenschaft und Inklusion.

Die grünen Wähler*innen sind kritisch und wählen uns aufgrund unserer Inhalte. Zum Glück. Daher werde ich es mir erlauben, ein paar Punkte anzusprechen, wie ich es in einer anderen Partei gar nicht dürfte. Das wird vielleicht verwundern, vielleicht auch verärgern, hat aber meines Erachtens auch mit Glaubwürdigkeit in der Politik zu tun. Und deswegen bin ich bei den Grünen!

Bildung:
Die Maßnahmen in der Elementarpädagogik (Kindergarten) halte ich für sensationell gut gelungen. Das ist eine Ausbau- und Qualitätsoffensive im Bereich Kindergarten, die ihresgleichen sucht. Die Kleinsten sind sicherlich die „Gewinner*innen“ im Bildungsteil. Außerdem zu begrüßen sind der Ausbau der Schulsozialarbeit sowie der Ausbau der Ganztagsschulen.
Ein sehr wichtiges grünes Leuchtturmprojekt ist aus meiner Sicht, dass 100 Schulen mit besonderen Herausforderungen gestützt werden sollen. Benachteiligten Kindern und Jugendlichen könnten so die ihnen zustehenden Bildungschancen ermöglicht werden.
Dass ökologische Standards im Schulbau beachtet werden, das hätte es ohne die Grünen ganz sicher auch nicht gegeben! Gleichzeitig hätte es aber auch ein paar andere Punkte nicht gegeben, wären wir mit einigen Prozenten mehr aus der Wahl hervorgegangen.
Ja, es gibt Punkte, die mir mehr wehtun: Dass die Deutschklassen bestehen bleiben oder Ethik für alle nicht kommt, ist leider in dieser Regierungskonstellation nicht weiter verwunderlich.
Ich möchte auch anmerken, dass ich kein Fan der Mittleren Reife bin. Sie erhöht den Leistungsdruck und ist eine weitere Prüfung in dem ohnehin schon testdurchfluteten Schulsystem. Sie verhindert die Durchlässigkeit und ist ein Instrument der Selektion. Und sie ist eine weitere Hürde für bildungsbenachteiligte Kinder. Ähnlich sehe ich die individualisierte Kompetenzfeststellung in der 3. Klasse Volksschule – also bei Achtjährigen -, die über die weitere Bildungslaufbahn entscheiden soll. Die Hürden werden somit noch weiter vorverlegt.
Sehr gut finde ich die Unterstützungsmaßnahmen in Richtung einer inklusiven Schule. Leider bleiben aber die Sonderschulen bestehen, was der Inklusion widerspricht.

Wissenschaft:
In Wissenschaft und Forschung ist – wie im Bildungsbereich – Umwelt und Klima in mehreren Bereichen gut abgebildet. Danke hierfür den grünen Verhandler*innen.
Dass das Unibudget bis 2027 gesichert wurde und es keine neuen Studiengebühren gibt, ist ebenfalls sehr zu begrüßen.
Gleiches gilt für die Schaffung von Laufbahnstellen für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Bei den „Exzellenzclustern“ (über den Begriff ließe sich streiten) wird es auf die konkrete Umsetzung ankommen.
Das Regierungsübereinkommen sieht vor, dass es eine Richtlinienkompetenz des Rektorats bei der Überprüfung und Neuerstellung von Studienplänen geben soll. Diese Machtanhäufung ist aus meiner Sicht nicht wünschenswert. Was momentan im demokratisch gewählten Senat geschieht, kann also künftig der Rektor/die Rektorin alleine durchsetzen. Das sollte dringend überdacht werden.

Nicht einleuchtend finde ich insgesamt die Schwerpunktsetzung auf die Pädagogischen Hochschulen. Die Universitäten, die – im Verbund mit den Pädagogischen Hochschulen – einen Großteil der Lehrer*innenbildung übernehmen, bleiben insgesamt unterrepräsentiert.

Skepsis bleibt auch bei der Eignungsprüfung für angehende Lehrkräfte, besonders was die Durchführung betrifft. Als Ausbildnerin von Lehrer*innen frage ich mich, was genau geprüft werden soll. Eine frühe Einführung in die Praxis ist zwar gut, um vorzeitig eine Prognose über die Berufswahl treffen zu können, jedoch muss man auch wissenschaftliche Erkenntnisse über Praxiserfahrungen miteinbeziehen und die Frage stellen, wie die Erhöhung der Praxisanteile finanziert sein kann. Zum Teil finden sich jetzt schon nicht mehr genügend Mentor*innen an Schulen, die sich zur Ausbildung der Studierenden bereiterklären.
Sehr begrüßenswert ist der Wunsch nach Vielfalt im Pädagogikstudium und die Tatsache, dass im Sinne der durchgängigen Sprachbildung alle Lehrer*innen Module in Deutsch als Zweitsprache absolvieren sollen. Die ungeklärte Frage ist, in welchem Verhältnis die Vielfalt in der Pädagog*innenbildung zu den separierenden Deutschklassen steht. Wenn sprachliche Bildung in Zukunft jede_r leisten soll (wie gesagt: begrüßenswert), dann ist das ein weiteres Argument für die Abschaffung der Deutschklassen.

Wir sind mit 14 Prozent gewählt worden und es wäre eine Illusion zu glauben, dass unsere Inhalte 1:1 umgesetzt würden. In vielen Punkten wird sich erst zeigen, wie das Programm mit Leben gefüllt wird. Deswegen ist die Offenheit in manchen Punkten auch eine Chance. Eines ist für mich aber klar: Wäre die FPÖ statt den Grünen in der Regierung, gäbe es keine Chancen – weder in der Bildungspolitik noch im Klimaschutz!

Lehrer*innenbewertung

Was ich von der Lehrer*innenbewertungsapp halte? Nichts. Nix gegen Feedback. An der Uni werde ich von meinen Student*innen alle 3 Semester verpflichtend evaluiert. Jedes Semester kann man sich außerdem freiwillig evaluieren lassen. Die Ergebnisse werden mit Kommentaren der Lernenden, aus denen man einiges für seine Lehre mitnehmen kann, retourniert und die Qualitätssicherung checkt auch noch mal alles ab. Bei gravierenden Problemen folgen Konsequenzen, was ich begrüßenswert finde.
Es ist nicht einzusehen, dass die Schule ohne Qualitätssicherung auskommen soll. Es ist auch nicht einzusehen, dass im Schulsystem Kinder gedemütigt werden dürfen, ohne dass das irgendwelche Konsequenzen für Lehrer*innen hätte… Das öffentliche Anprangern und reine Bepunkten von Personen (unter Umständen auch von denen, die man nicht mal selbst als Schüler_innen hat) halte ich jedoch für ein fatales Zeichen, andererseits auch dem Zeitgeist entsprechend (siehe Uber, Airbnb…). Aber: Im Gegensatz zu Uber sind wir kein Unternehmen! Es geht in unserem System Schule auch immer um zwischenmenschliche Beziehungen. Wo wird diese Kategorie abgefragt, die sich nicht in 5 Sternen ausdrücken lässt? Daher @alle Lehrer*innen: cool bleiben, auch bei etwaigen negativen Bewertungen! Ich würde sie in der vorliegenden Form für null aussagekräftig halten und mich stattdessen an freiwilligen Feedbackbögen orientieren, aus denen man wirklich etwas lernen kann. Noch empfehlenswerter ist es, auf schon vorhandene Instrumente der Qualitätssicherung zurückzugreifen. SQA-Online ist eine empfehlenswerte Plattform für standardisierte und anerkannte Feedbackinstrumente, die aussagekräftige Ergebnisse des eigenen Unterrichts geben können: http://www.sqa.at/course/index.php?categoryid=32.
2 Texte, die ich weiters zum Thema empfehlen kann: https://futurezone.at/…/lehrer-per-app-bewerten-…/400676402… und https://borsetta.wordpress.com/…/11/15/5-sterne-gedan…/amp/…
#LEHRERINNENFEEDBACK #TEACHEN #LEHRER #UNTERRICHT

Bewegung in Sachen Schulvorplatz Waltergasse – Oder ein Beispiel, warum es die Grünen braucht

Grüne Wieden kämpften zwei Jahre für kinderfreundlichen Schulvorplatz in der Waltergasse – Bezirksvorstehung wurde auf Druck endlich aktiv

Gleich zwei Schulen des 4. Bezirks sind in der Waltergasse angesiedelt, einem 100m langen Einbahn-Straßenstück zwischen Graf Starhemberg- und Schaumburgergasse. Täglich nutzen ca. 800 Kinder diesen möglichen Bewegungsraum. Die dortige Volksschule wird seit zwei Jahren umgebaut, die Straße ist für den Verkehr und für das Parken gesperrt. Diesbezüglich ist den Grünen Wieden keine einzige Beschwerde bekannt, es klappt bereits seit langem ohne parkende Autos in diesem Bereich. Eine ideale Gelegenheit, die Baustelle um eine sinnvolle Maßnahme zu erweitern: die kinderfreundliche Neugestaltung des Schulvorplatzes, die bei der Planung zur „Waltergasse neu“ scheinbar niemand mitbedacht hatte.

Wir Grünen orteten das Versäumnis und wurden aktiv. Es folgten – im Sinne der Mitbestimmung – viele gute Gespräche mit den beteiligten Schulen, mit dem Elternverein etc. Nach diversen Diskussionen schlugen wir vor, den Platz den Schüler_innen bzw. der Bevölkerung zu widmen, sei es durch Baumpflanzungen, Fassadenbegrünung der Schulmauer, Tische oder Plätze zum Spielen für die ohnehin nicht mit vielen Freiräumen gesegneten Kinder. Tatsächlich haben unsere Überlegungen zu einem Antrag der SPÖ in der letzten Bezirksvertretungssitzung geführt. Eine Umgestaltung der Waltergasse könnte nun tatsächlich mehr soziale Freiräume bringen. Mehr Bäume und damit mehr Schatten wären ein zusätzlicher Gewinn im Kampf gegen den Klimawandel. Es liegt nun an den Expert_innen weitere Ideen auszuarbeiten und zu präsentieren.

EIN KLEINER WERMUTSTROPFEN – PARKPLÄTZE SIND ANDEREN PARTEIEN WICHTIGER ALS KINDER

Zwar sind wir auf der einen Seite sehr froh, dass auf Grund unserer Initiative endlich eine Neugestaltung des Schulvorplatzes in Angriff genommen wird. Ohne grünen Druck gäbe es das schlicht und einfach nicht! Ein kleiner Seitenhieb sei aber erlaubt: Der Slogan der SPÖ „kinderfreundliche Wieden“ gilt scheinbar nicht mehr, wenn es um Parkplätze geht. Denn: Unseres Erachtens sollte der Straßenraum zwischen den beiden Schulen ohne parkende Autos geplant werden. Wenn außerhalb der Schulöffnungszeiten in der Waltergasse geparkt werden kann, ist die Gestaltungsmöglichkeit der Fläche eingeschränkt. Weil die Schule zur Ganztagsschule wird, ist es äußert wichtig, einen zusätzlichen Bewegungsraum zum Schulhof für die Schüler_innen zu schaffen. Da die Parks im Bezirk unter einem hohen Nutzungsdruck leiden, wäre es naheliegend, zusätzliche Räume zu schaffen, die den Jugendlichen auch außerhalb der Schulöffnungszeiten zur Verfügung stehen.

Daher stellten wir Grünen einen Abänderungsantrag, die Waltergasse dauerhaft für den Verkehr zu sperren. Auf die parkenden Autos wollen aber alle andere Fraktionen keinesfalls verzichten. Im Kampf gegen den Klimawandel und für eine kinderfreundliche Wieden sind wir Grünen natürlich für die Umgestaltung der Waltergasse, aber auch als einzige Partei gegen halbherzige Lösungen. In diesem Sinne:#esbrauchtgruen​

Bewegung in Sachen Schulvorplatz Waltergasse – Oder ein Beispiel, warum es die Grünen braucht

Grüne Wieden kämpften zwei Jahre für kinderfreundlichen Schulvorplatz in der Waltergasse – Bezirksvorstehung wurde auf Druck endlich aktiv

Gleich zwei Schulen des 4. Bezirks sind in der Waltergasse angesiedelt, einem 100m langen Einbahn-Straßenstück zwischen Graf Starhemberg- und Schaumburgergasse. Täglich nutzen ca. 800 Kinder diesen möglichen Bewegungsraum. Die dortige Volksschule wird seit zwei Jahren umgebaut, die Straße ist für den Verkehr und für das Parken gesperrt. Diesbezüglich ist den Grünen Wieden keine einzige Beschwerde bekannt, es klappt bereits seit langem ohne parkende Autos in diesem Bereich. Eine ideale Gelegenheit, die Baustelle um eine sinnvolle Maßnahme zu erweitern: die kinderfreundliche Neugestaltung des Schulvorplatzes, die bei der Planung zur „Waltergasse neu“ scheinbar niemand mitbedacht hatte.

Wir Grünen orteten das Versäumnis und wurden aktiv. Es folgten – im Sinne der Mitbestimmung – viele gute Gespräche mit den beteiligten Schulen, mit dem Elternverein etc. Nach diversen Diskussionen schlugen wir vor, den Platz den Schüler_innen bzw. der Bevölkerung zu widmen, sei es durch Baumpflanzungen, Fassadenbegrünung der Schulmauer, Tische oder Plätze zum Spielen für die ohnehin nicht mit vielen Freiräumen gesegneten Kinder. Tatsächlich haben unsere Überlegungen zu einem Antrag der SPÖ in der letzten Bezirksvertretungssitzung geführt. Eine Umgestaltung der Waltergasse könnte nun tatsächlich mehr soziale Freiräume bringen. Mehr Bäume und damit mehr Schatten wären ein zusätzlicher Gewinn im Kampf gegen den Klimawandel. Es liegt nun an den Expert_innen weitere Ideen auszuarbeiten und zu präsentieren.

EIN KLEINER WERMUTSTROPFEN – PARKPLÄTZE SIND ANDEREN PARTEIEN WICHTIGER ALS KINDER

Zwar sind wir auf der einen Seite sehr froh, dass auf Grund unserer Initiative endlich eine Neugestaltung des Schulvorplatzes in Angriff genommen wird. Ohne grünen Druck gäbe es das schlicht und einfach nicht! Ein kleiner Seitenhieb sei aber erlaubt: Der Slogan der SPÖ „kinderfreundliche Wieden“ gilt scheinbar nicht mehr, wenn es um Parkplätze geht. Denn: Unseres Erachtens sollte der Straßenraum zwischen den beiden Schulen ohne parkende Autos geplant werden. Wenn außerhalb der Schulöffnungszeiten in der Waltergasse geparkt werden kann, ist die Gestaltungsmöglichkeit der Fläche eingeschränkt. Weil die Schule zur Ganztagsschule wird, ist es äußert wichtig, einen zusätzlichen Bewegungsraum zum Schulhof für die Schüler_innen zu schaffen. Da die Parks im Bezirk unter einem hohen Nutzungsdruck leiden, wäre es naheliegend, zusätzliche Räume zu schaffen, die den Jugendlichen auch außerhalb der Schulöffnungszeiten zur Verfügung stehen.

Daher stellten wir Grünen einen Abänderungsantrag, die Waltergasse dauerhaft für den Verkehr zu sperren. Auf die parkenden Autos wollen aber alle andere Fraktionen keinesfalls verzichten. Im Kampf gegen den Klimawandel und für eine kinderfreundliche Wieden sind wir Grünen natürlich für die Umgestaltung der Waltergasse, aber auch als einzige Partei gegen halbherzige Lösungen. In diesem Sinne:#esbrauchtgruen​

Kind sein in Wien und auf der Wieden

Gehen Sie kurz in sich. Wie oft haben Sie eine Schulwahlentscheidung in Frage gestellt, weil die Schule über nicht genügend Raumangebot verfügt, der Schulhof zu eng und der Turnsaal zu klein ist?

Wie oft haben Sie sich schon darüber geärgert, dass Ihr Kind den ganzen lieben langen Tag in der Schule sitzt und nicht auch das Freie genießen kann? Nun wäre es natürlich naiv zu glauben, dass man von heute auf morgen alle Schulen Wiens umbauen wird. Jedoch fängt Schulraum nicht erst mit den Mauern des Schulhauses an, sondern umfasst auch die Umgebung, d.h. den öffentlichen Raum vor den Schulen.

Wäre es daher nicht toll, mehr Freiräume für Kinder zu schaffen, in denen sie sich sicher fühlen, in denen sie spielen und sich bewegen dürften, wie es ihrem Alter angemessen ist? Ein öffentlicher Raum, der für Bewegungsmöglichkeiten sorgt, wie sie gerade Stadtkinder brauchen? Besonders jene Kinder haben heute oftmals wenig Gelegenheit draußen zu sein. Wie wäre es also mit Freiflächen, die diesen Kindern gehören? Verkehrsraum, der auch anders genutzt werden könnte, zum Spielen und Toben? Verkehrsraum, in dem sich die Kinder aber gefahrlos bewegen können? Raum zum Ausprobieren alternativer Methoden des Unterrichtens, zum Lernen draußen an schönen Frühlingstagen oder auch nur zur Erholung. Auch aus pädagogischen Gründen wäre ein sinnvoll gestalteter öffentlicher Raum für Schüler_innen wünschenswert. Eine kinderfreundliche Stadtentwicklung nimmt darauf Rücksicht.

Ein kinderfreundliches Umfeld könnte dann auch bedeuten, dass unsere jüngste Bezirksbevölkerung, ganz im Sinne der Mitbestimmung, den Raum, in dem sie leben will, selbst gestaltet. Selbstbestimmt über den eigenen Lebensraum mitentscheiden zu dürfen, bedeutet auch Verantwortung lernen und Gemeinschaft zu erleben. Der Schule mit ihrem Umfeld kommen dabei zwei wichtige Aufgaben gleichermaßen zu, nämlich Bewegungs- und Sozialkompetenz zu fördern.

Eine Aufwertung des Vorbereichs von Schulen wäre ein wichtiger Baustein in einer für Kinder lebenswerten Stadt. Wären Schulvorplätze beispielsweise so ausgestaltet, dass Schüler_innen attraktive und sichere Aufenthalts- und Bewegungsräume vorfänden, wäre auch die Schulwahl weniger Qual.

Grüne Initiative trägt Früchte – Ab Herbst 100 zusätzliche Schulsozialarbeiter*innen an Wiens Schulen

Die rot-grüne Stadtregierung setzt ab Herbst einen zentralen Punkt des Koalitionsabkommens um: Der dringend notwendige Ausbau im Bereich der Schulsozialarbeit wird mit Herbst 2016 realisiert. 100 Sozialpädagog_innen und Psycholog_innen werden an Wiens Schulen in „mehrsprachigen mobilen Teams“ zum Einsatz kommen, um die stark belastete Berufsgruppe der Lehrer_innen zu unterstützen. Letzteren muss es ermöglicht werden, verstärkt ihrer zentralen Aufgabe, der Unterrichtsarbeit, nachzugehen, denn: Pädagog_innen können und sollen zwar adäquat auf schwierige zwischenmenschliche Situationen reagieren. Sie können aber, so David Ellensohn, Bildungssprecher der Grünen, weder „Ersatz-Eltern“ noch Sozialarbeiter_innen sein. Vor allem aber erhalten Kinder und Jugendliche endlich die professionelle Unterstützung, die sie verdienen. Eltern soll ein niederschwelliger Zugang zu Informationen über den Schulalltag gewährleistet werden.

In einem gemeinsamen Antrag in der Bezirksvertretungssitzung vom 17. März 2016 ersuchen die grünen und roten Bezirksrät_innen der Wieden, die zuständige amtsführende Stadträtin Sandra Frauenberger, im Rahmen der Ausweitung der Schulsozialarbeit, ebenso unseren Bezirk entsprechend zu berücksichtigen, denn: Schulsozialarbeit hilft allen Schüler_innen und Schulen, Mobbing, Radikalisierung und Gewalt gar nicht erst entstehen zu lassen.

Trotz des Erfolges, dem intensive Verhandlungen zwischen Rot-Grün vorausgegangen sind, ist es wichtig, dass der Bund seiner Aufgabe nachkommt und auch über 2016 hinaus ein Finanzierungssystem auf die Beine stellt, denn es ist nicht abzusehen, dass sich die kommenden Herausforderungen mit Jahreswechsel plötzlich in Luft auflösen. Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist jedoch getan. Jetzt gilt es, auch für den Bezirk, die bestmögliche Unterstützung für Schüler_innen, Lehrer_innen und Eltern zu erhalten.

DER ANTRAG IM WORTLAUT

Zur Sitzung der Bezirksvertretung Wieden am 17. März 2016 stellen der Klub der sozialdemokratischen Bezirksrätinnen und Bezirksräte und der Klub der Grünen Wieden nachfolgenden

ANTRAG

betreffend

AUSBAU SCHULSOZIALARBEIT

Die Bezirksvertretung Wieden ersucht die zuständige amtsführende Stadträtin Sandra Frauenberger, bei der geplanten Ausweitung der Schulsozialarbeit auch die Wieden entsprechend zu berücksichtigen.

BEGRÜNDUNG:

Das Wiener Regierungsprogramm hat sich zum Ziel gesetzt, Schulsozialarbeit, Sozialpädagogik und Jugendcoaching an Wiener Schulen auszubauen und die dafür notwendigen administrativen Vorbereitungen 2016 zu beginnen. Die Bezirksvertretung Wieden begrüßt diesen Plan, mit dem Wien vorbildlich agiert und im Interesse der Kinder Aufgaben übernimmt, die eigentlich im Zuge der bundesweiten Schulreform stärkere Berücksichtigung erfahren sollten.

Die größte Mittelschule des Bezirks, die NMS Schäffergasse und die bisher im Schulgebäude Waltergasse untergebrachte Polytechnische Schule sind aufgrund der Umbauarbeiten in den beiden Schulgebäuden derzeit in Ersatzgebäuden untergebracht. Bei den für 2016 vorgesehenen Vorbereitungsmaßnahmen wird ersucht, die Schulstruktur auf der Wieden nach Abschluss der Umbauarbeiten entsprechend zu berücksichtigen.

Rainergasse: Kindergarten statt Polizei!

RAINERGASSE: KINDERGARTEN STATT POLIZEI

Das von Innenministerin Mikl-Leitner geschlossene Wachzimmer in der Rainergasse stand bislang leer. Nach zahlreichen Protesten seitens der Bürger*innen freuen wir uns sehr, dass nun ein Kindergarten eröffnet werden soll. Die ehemalige Polizeistation soll laut Bezirksvorsteher Leo Plasch nun renoviert „und als Erweiterung des städtischen Kindergartens genutzt werden.“

GRÜNE IDEE UMGESETZT

Wir Grünen freuen uns über diesen Vorstoß, da wir schon seit vielen Jahren den Ausbau von Kindergartenplätzen auf der Wieden fordern. Bereits zweimal stellten wir den Antrag für einen Kindergartengipfel, der erste wurde im Bezirksparlament 2012 behandelt. 2013 forderten wir Grüne die Einrichtung eines „Runden Tisches über Kinderbetreuungseinrichtungen auf der Wieden“. Im Zuge dessen sollte geprüft werden, „ob es Möglichkeiten der Nutzung von Räumlichkeiten in Erdgeschoß-Zonen in Gemeindebauten und Privathäusern als Dependance eines bestehenden Kindergartens gibt.“

Wir freuen uns, dass langjährige grüne Vorschläge nun Jahre später in die Tat umgesetzt werden.

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten